Gefühle fühlen, unterdrücken

Warum du deine Gefühle fühlen und nicht unterdrücken solltest!

Wir sind ein fühlendes Wesen und antworten fühlend auf unsere Welt. Unsere Gefühle sind der Reichtum des Lebens, Gefühle machen uns als Menschen aus! Gefühle bestimmen unseren Tag und beeinflussen unsere Gesundheit und unseren Energiezustand.

Leider haben die meisten Menschen verlernt, fühlen zu können, weil sie sich früh davon abgeschottet haben. Wenn wir unsere Gefühle aber nicht fühlen, sondern sie unterdrücken, leiden wir und es können sogar schwere Krankheiten entstehen.

In diesem Artikel erfährst du, was Gefühle sind, wie sie entstehen, warum es so wichtig ist, alles fühlen zu können, welche Funktionen sie haben, 5 Gründe, warum wir sie unterdrücken und welche Folgen daraus entstehen.

Warum ist es so wichtig, fühlen zu können?

Gefühle können uns große Angst bereiten, wenn wir selber oder andere aus Wut die Kontrolle verlieren, zerstörerisch werden und irgendetwas kaputt machen oder handgreiflich werden. Aufgrund verletzter Gefühle sagen wir Sachen, die wir nicht so meinen und wünschen uns hinterher unsere Gefühle mehr kontrolliert haben zu können.

Da liegt der Wunsch nahe, nicht zerstörerisch sein zu wollen und immer die Kontrolle über die Gefühle zu haben, damit wir nicht Sachen machen, die wir hinterher bereuen.

Das ist nur einer der Gründe, warum wir uns dazu entschieden haben, nicht mehr fühlen zu wollen. Die Folge ist, dass wir heute verlernt haben, zu fühlen. Später gehe ich noch auf vier weitere Gründe ein, warum wir unsere Gefühle unterdrücken.

Ich habe mich vor langer Zeit gegen das Fühlen entschieden, ich habe mich dagegen entschieden, Traurigkeit zu zeigen, zu weinen. Das bedeutete für mich Schwäche. Genau so wenig konnte ich Freude zeigen, ich verbot es mir, zu fühlen.

Indem wir uns gegen das Fühlen entschieden haben, haben wir uns gleichzeitig gegen das Lebendigsein entschieden. Das hat schwere nachreichende Folgen.

Wenn wir nicht fühlen können, woher sollen wir wissen, was wir wirklich wollen?
Wie sollen wir dann unser eigenes Leben nach unseren eigenen Wünschen und Bedürfnissen führen können?
Wenn wir unsere Gefühle unterdrücken, wie sollen wir sie dann jemals gehen lassen können?
Wenn du nicht fühlen kannst, wie willst du je glücklich sein?

Wenn wir keinen Zugang zu unseren Gefühlen haben und sie nicht fühlen können, können wir nicht unser eigenes Leben führen.

Wenn wir uns bewusst dazu entscheiden, nicht mehr fühlen zu wollen, heißt das natürlich nicht, dass wir nicht weiterhin von unseren Gefühlen gesteuert werden. Die Tatsache, dass wir ein fühlendes Wesen sind und fühlend auf die Welt antworten, bleibt bestehen. Unbewusst werden wir also von unseren Gefühlen gelenkt und versuchen anschließend mit unserem rational funktionierenden Verstand die Handlungen zu erklären. Wir machen das, was sich gut und richtig anhört, was logisch für uns wäre, aber nicht unbedingt, was sich gut für uns anfühlt, was wirklich „richtig“ für uns wäre.

Sage JA! zum Fühlen, und somit

  • JA! zum Lebendigsein
  • JA! zum Glücklichsein
  • JA! zum eigenen Leben
  • JA! zu dir!

Das Gefühl ist keine Körperempfindung!

Was sind eigentlich Gefühle? Auf die Frage „was fühlst du?“, versuchte ich das Gefühl anhand Körperempfindungen zu beschreiben, „es wird warm um die Brust“, „es drückt im Magen“.

Ja, Gefühle bewirken eine Veränderung in unserem Körper, unsere Energie nimmt zu und zeigt sich in unserem Körper. Wut oder Angst bewirkt, dass u.a. unser Herz schneller schlägt und wir flacher atmen, schließlich muss unser Körper in Alarmbereitschaft gesetzt werden, bereit zum Kampf, zur Flucht oder zum Erstarren.

Wenn du die Körperempfindungen aufgrund des Gefühls wahrnehmen kannst, ist das schon sehr viel Wert.

Gefühle sind jedoch nicht die Körperempfindung an sich, sondern etwas Anderes. Gefühle werden mit dem Herzen wahrgenommen, sie sind nicht auf den Körper beschränkt und haben keine Grenze. Das Gefühl ist nicht die Körperempfindung, sondern diese entstehen erst durch das Gefühl.

Die wichtigsten Gefühle sind: Schmerz, Heiterkeit, Wut, Angst, Verzweiflung, Scham und Ekel.

Wenn ich so abgekoppelt von meinen Gefühlen bin, ist es dann möglich, unterbewusst z.B. von Angst getrieben zu sein, der ich es nicht erlaube da zu sein, die ich aber bewusst mit Ablenkung überspiele? Wenn ich meine unbewusste Unzufriedenheit mit materiellen Dingen versuche zu kompensieren? Passiert dies nicht in unserer heutigen Gesellschaft tagtäglich?

Sind wir tatsächlich so abgestumpft und getrennt von unseren Gefühlen?

Hier eine kleine Übung, die dir hilft zwischen deinen Gedanken, Gefühlen und Körperempfindungen zu unterscheiden. Die Übung heißt der Atemraum.

Setze dich aufrecht hin und schließe deine Augen. Komme im Moment an, indem du dich für ein paar Atemzüge auf deinen Atem konzentrierst. Frage dich nun hintereinander, immer mal wieder:

  • Was denke ich gerade?
  • Was für Gefühle sind da?
  • Welche Körperempfindungen nehme ich wahr?

Lass dir Zeit, die Frage zu stellen und dann zu beobachten, was sich zeigt, was da ist. Mache diese Übung gerne drei mal täglich, morgens, mittags, abends. Umso öfter du die Übung machst, umso präsenter bist du auch im Alltag für deine Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen.

Wie entstehen Gefühle?

Blitzschnell ist es da – ein Gefühl! Plötzlich fühle ich mich traurig, die Tränen stehen mir im Gesicht, doch bis vor ein paar Minuten war doch noch alles okay? Ich habe gelächelt, gute Laune gehabt.

Woher kommt das Gefühl? Wie ist es entstanden?

Gefühle sind eine komplexe und ganzheitliche Antwort auf die Welt, auf den anderen und auf uns selbst. Ein Gefühl entsteht in Bruchteilen von Sekunden durch einen sehr komplexen Vorgang.

Worauf sind unsere Gefühle nun die Antwort? Warum fühlen wir uns im einen Moment glücklich und dankbar, und im nächsten Augenblick nicht liebenswert und traurig?

Am Anfang jeden Gefühls steht ein Gedanke, denn wir wissen ja bereits: kein Gedanke ohne Gefühl! Welche Gedanken wir haben, wird bestimmt durch unsere Erwartungen, Erinnerungen, Wünsche und Bedürfnisse, Befürchtungen und Hoffnungen. Ob du dich ängstlich oder zuversichtlich fühlst, hängt davon ab, wie die Beschaffenheit deiner Gedanken über die gegenwärtige oder zukünftige Situation ist.

Unser Gefühl ist immer nur abhängig von unserem inneren Zustand. Die äußere Situation ist also nicht dafür verantwortlich, wie du dich fühlst, sondern welche Wahrnehmung und Interpretation du über die Situation hast.

Es ist einfach zu bemerken, wenn wir uns pudelwohl fühlen oder zutiefst traurig. Es ist einfach, wenn wir uns unserer Gefühle bewusst sind. Umso schwieriger und dramatischer ist es, wenn wir uns dessen nicht bewusst sind, wenn wir irgendwie nicht so gut drauf sind, uns unterschwellig unzufrieden fühlen, aber nicht genau wissen warum. Wir stempeln den Tag als „nicht mein Tag“ ab und fertig.

Ist es nicht toll, zu wissen, dass unsere Gefühle die Antwort sind? Und dein Gefühl ist ehrlich, es betrügt dich nicht, kann es gar nicht. Wenn wir dieses Wissen für uns nutzen, können wir uns besser kennen lernen, uns unserer Gedanken, Glaubenssätze, Erwartungen usw. bewusst werden und aktiv etwas daran verändern.

Positives Denken bringt übrigens nichts, wenn wir es nicht fühlen. Das macht die Sache sogar noch schlimmer, wenn wir bewusst versuchen positive Gedanken zu denken, aber uns unbewusst immer noch traurig, wütend oder ähnlich fühlen. Dann erschaffen wir einen inneren Kampf, und was wird wohl auf lange Sicht gewinnen?

Das Gefühl!

Höre also auf dein Gefühl, dann weißt du was du denkst, bzw. noch glaubst. Ein Gefühl kann erst entstehen, wenn du diesem Gedanken glaubst und meist sind diese Gedanken unbewusst. Sei also wachsam, deine Gefühle geben dir die Antwort darauf, was wirklich in deinen Gedanken los ist.

Gefühle haben Funktionen!

Es ist so wichtig, uns unserer Gefühle bewusst zu sein, damit wir sie richtig für uns nutzen können, damit wir innerlich frei sind und unser eigenes Leben führen können.

Gefühle sind immer da, natürlich schwanken sie in ihrer Intensität und sie haben bestimmte Funktionen.

1. Sie geben uns Orientierung und lenken uns

Unsere Gefühle entscheiden darüber, welche Entscheidungen wir treffen und wie wir handeln. Erst später suchen wir dafür eine rationale Erklärung. Warum hast du schon wieder Schuhe bestellt? Warum hast du das teurere Auto gekauft?

Wir alle handeln aufgrund unserer Gefühle, ob sie uns bewusst sind oder nicht. Wir tun Dinge, die wir hinterher bereuen. Wenn wir verstehen wollen, warum wir handeln, wie wir handeln, muss uns bewusst sein, wie wir uns fühlen! Wenn du verstehen willst, warum dein Partner handelt, wie er handelt, versuche zu verstehen, wie er sich fühlt!

Fühlst du dich freudig, entscheidest du dich dafür den Tag sinnvoll zu nutzen, deinen Interessen nachzugehen und für dich zu sorgen. Fühlst du dich traurig und verzweifelt, möchtest du am liebsten gar nichts machen oder gehst shoppen, als Versuch wieder glücklich zu sein.

Wenn ich mich traurig fühle, möchte ich alleine sein, mit niemandem reden und ziehe mich zurück. Wenn ich mich gut fühle, suche ich den Kontakt zu Menschen. Hätte ich vor 2,5 Jahren nicht einen großen Schmerz erlitten, der mich dazu trieb etwas verändern zu wollen, wäre ich heute nicht da, wo ich heute bin. Dann hätte mein Leben sich nicht so krass verändern können.

Fühlen wir unangenehme Gefühle, wollen wir diese möglichst schnell weghaben. Wir unternehmen Versuche, um uns besser zu fühlen. Fühlen wir, dass wir mit einer Situation unzufrieden sind, können wir Maßnahmen ergreifen, um sie zu verändern.

Gefühle können uns also dazu motivieren, Veränderungen anzugehen, unsere Lebenssituation zu verändern. Das ist das große Potenzial der Gefühle!

Alles steht und fällt damit, wie wir uns fühlen.

2. Sie unterstützen die Kommunikation

Wie würde die Kommunikation aussehen, gäbe es keine Gefühle? Wie wollen wir wissen, ob der andere gerade glücklich oder wütend ist? Wie sollen wir wissen, wie wir mit dem anderen sprechen sollen, ob wir ihn lieber in Ruhe lassen oder Unterstützung anbieten sollen? Können wir mit ihm scherzen oder sollen wir lieber ernst bleiben?

Gefühle ermöglichen es uns, uns auf den anderen einzustimmen, abschätzen zu können, wie er sich fühlt. Wir können anhand des Gesichtsausdruckes eine Menge an Gefühlen wahrnehmen. Ist die Stirn gerunzelt? Sind die Mundwinkel nach oben oder nach unten geneigt? Strahlen die Augen?

Innerhalb weniger Millisekunden und ohne Worte können wir wahrnehmen, ob der andere gleicher oder anderer Meinung ist, ob er uns mag oder eher nicht, ob wir ihm geschmeichelt oder ihn verletzt haben. Gefühle geben uns also auch eine Antwort vom anderen, wenn wir sie richtig deuten und wahrnehmen.

3. Sie helfen Vergangenes zu verarbeiten

Gefühle helfen uns Trennungen und Abschiede von geliebten Menschen zu verarbeiten, wenn wir sie zulassen und fühlen!

Vielleicht kennst du das auch, dass du dich nach dem Weinen um einiges erleichterter und freier gefühlt hast, anstatt wenn du die Trauer einfach versuchst zu unterdrücken und zu überspielen?

Wenn wir unsere Trauer spüren, können wir sie verarbeiten und gehen lassen, das braucht allerdings seine Zeit.

Wenn wir unsere Gefühle aber stattdessen unterdrücken, können wir sie nicht gehen lassen und sie werden immer wieder in ähnlichen Situationen hochkommen. Sie bleiben in uns und belasten uns.

5 Gründe, warum wir unsere Gefühle unterdrücken

Unsere Gefühle sind der Schlüssel für ein freies, erfülltes und glückliches Leben. Sie sind die ehrliche Antwort auf unsere bewussten, sowie unbewussten Gedanken. Wie wir uns fühlen, bestimmt wie glücklich unser Leben ist.

Doch warum geben wir unseren Gefühlen so wenig Beachtung? Warum wollen wir logisch und rational leben? Warum blockieren wir unsere Gefühle? Warum wollen wir nur positive und keine negativen Gefühle?

Wir unterdrücken unsere Gefühle, weil..

  • .. wir unseren Gedanken eine höhere Bedeutung als unseren Gefühlen gegeben haben.
  • .. wir Angst haben, das Gefühl nicht aushalten zu können und daran zu sterben.
  • .. wir Angst haben, die Kontrolle zu verlieren und zerstörerisch zu sein.
  • .. wir sie in gewissen Situationen unpassend finden.
  • .. wir Angst haben, vor anderen schlecht dazustehen.

1. Unsere Gedanken bedeuten uns mehr als unsere Gefühle

Gedanken sind klar und eindeutig und stellen für uns eine ungeheure Macht da. Gedanken ermöglichen es uns, ganz klar mitzuteilen, was wir wollen und was nicht.

„Ich will neue Klamotten.“, „ich will reich sein.“, „ich will nicht schüchtern sein.“, „ich will nicht mehr arbeiten.“

Bereits als Kind schreiben wir den Gedanken eine höhere Bedeutung zu als unseren Gefühlen. Früh wird uns beigebracht, Gefühle zu zeigen, bedeutet Schwäche zu zeigen, Wut zu zeigen, bedeutet ungehalten und unvernünftig zu sein. Wir entwickeln eine starke Abwehrhaltung generell gegen Gefühle und speziell gegen negative Gefühle.

2. Wir haben Angst, das Gefühl nicht aushalten zu können und daran zu sterben

Ich kann diese Angst vollkommen nachvollziehen. Gefühle mobilisieren Energie, viel Energie. Diese zeigt sich z.B. durch einen Anstieg der Herzfrequenz oder durch einen höheren Blutdruck.

Ich denke jeder kennt das, so stark zu weinen, dass man kaum Luft bekommt. Die Nase sitzt so sehr zu, der Atem wird angehalten, der Kloß im Hals wird immer stärker und der Schmerz im Herz ist fast nicht auszuhalten.

Wenn wir unsere Gefühle lange nicht gefühlt haben, sind wir schon mit kleinen Gefühlsregungen überfordert. Auf einmal verändert sich etwas in unserem Körper, fühlt sich anders an und treibt uns vielleicht an, etwas zu tun.

Es fühlt sich vielleicht so an, als könnten wir das Gefühl nicht aushalten, aber wir können es! Oder ist schon einmal jemand an seinen Gefühlen gestorben?

Diese Angst basiert auf keinem Wissen oder keiner Erfahrung, sondern nur auf einer Erwartung!

Wenn du das nächste Mal Angst hast, das Gefühl nicht aushalten zu können, frage dich zuerst, wovor genau du Angst hast und mach dir dann bewusst, dass deine Angst unbegründet ist. Probiere es aus, deine Gefühle voll zuzulassen! Mache eine echte Erfahrung, die der Angst widerspricht.

3. Wir haben Angst, die Kontrolle zu verlieren und zerstörerisch zu sein

Wenn der Zorn, die Wut in uns aufsteigt, sind wir oft nicht mehr Herr unserer Taten. Da fliegt die Faust schnell mal gegen die Wand, oder wir treten mit unserem Fuß gegen irgendetwas.

Die Energie muss raus, danach fühlen wir uns befreiter, aber nicht unbedingt besser.

Wut lässt uns schnell die Kontrolle verlieren und wir können nicht garantieren, was dann passiert. Wenn wir Sachen zerstören oder Sachen sagen, die wir nicht so meinen.

Verständlich, dass wir dann Angst vor unseren Gefühlen haben, Angst haben, die Kontrolle zu verlieren.

Diese Angst ist aber nur begründet, wenn wir nicht zwischen Gefühl und Reaktion unterscheiden können. Wenn wir davon ausgehen, dass Wut automatisch zerstörerische Taten zur Folge haben muss. Das Gefühl kann jedoch gefühlt werden, ohne dass automatisch eine Handlung erfolgen muss.

4. Wir finden Gefühle in bestimmten Situationen unpassend

Wir unterdrücken unsere Gefühle, weil wir sie in gewissen Situationen unpassend finden. Wenn wir in Gesellschaft sind, und plötzlich Trauer oder Wut hochkommt, wollen wir diese nicht zeigen, sondern überspielen sie vielleicht mit einem gezwungenen Grinsen. Oder wenn wir gerade keine Lust haben, traurig zu sein, sondern viel lieber fröhlich sein wollen.

Das ist auch gar nicht weiter schlimm, wenn wir gerade nicht für unsere Gefühle da sein können. Wir können uns mit unserem Gefühl auch noch zu einem späteren Zeitpunkt auseinander setzen. Dafür könnten wir z.B. einen Termin mit unserem Gefühl am Abend vereinbaren. So kann es gefühlt und losgelassen werden.

5. Wir haben Angst, vor anderen schlecht dazustehen

Die Angst, vor anderen schlecht dazustehen, kann unterschiedlich begründet sein.

Wenn wir z.B. den Glaubenssatz in uns tragen, dass Gefühle zeigen, Schwäche bedeutet, dann werden wir unsere Traurigkeit immer unterdrücken.

Ich hatte früher diesen Glaubenssatz, ich habe mir sehr oft meine Tränen verkniffen, den Kloß im Hals wieder runtergeschluckt, weil ich Angst hatte, wenn ich meine Traurigkeit zeige, lachen mich andere aus oder lieben mich nicht mehr. Ich überspielte die Traurigkeit mit einem Lachen. Das wurde sogar zur Gewohnheit. Wenn ich angeschnauzt wurde, und mir zum Heulen zumute war, lächelte ich nur. Das bewirkte beim Gegenüber natürlich noch höhere Emotionen.

Folgen unterdrückter Gefühle

Es gibt also viele verschiedene Gründe, warum wir unsere Gefühle unterdrücken. Machen wir das auf Dauer über einen längeren Zeitraum, kann das schwerwiegende Folgen haben.

Was genau passiert, wenn wir das Gefühl unterdrücken?

Das Gefühl ist eine Energiemenge. Wenn wir dies nun unterdrücken möchten, müssen wir mindestens genau dieselbe Energiemenge aufbringen, um sie unten zu halten.

Wenn wir Trauer unterdrücken, müssen wir den Atem kontrollieren und können nicht tief atmen. Außerdem wird die Muskulatur im Bauch, der Brust, im Kiefer, am Kinn und um die Augen herum angespannt. Wir müssen kontinuierlich angespannt sein, damit wir das Gefühl unten halten können.

Seele und Körper sind immer um ein gewisses Maß angespannt. Außerdem verschlechtert sich der Schlaf, eine Unmenge von Energie wird verbraucht und vergeudet und langfristig entstehen körperliche Störungen und Krankheiten, wenn die Gefühle nicht gefühlt werden. Wir sind unfrei, solange wir Gefühle mit uns herum schleppen, die wir bisher noch nicht gefühlt haben. Wir halten unbewusst am Gefühl fest und leiden dadurch.

Fazit

Unsere Gefühle sind also eine komplexe und ganzheitliche Antwort auf die Welt, auf die anderen und uns selbst. Das Gefühl ist mehr als die Körperempfindung, weiter als der Körper und kann mit dem Herzen wahrgenommen werden. Es entsteht durch unsere Gedanken, bewusst oder unbewusst. Wenn du dich das nächste Mal traurig fühlst, frage dich, was du zuvor gedacht hast.

Wenn wir unsere Gefühle unterdrücken und so verlernt haben, zu fühlen, können wir nicht wahrnehmen, was wir wirklich wollen. Haben wir keinen Zugang zu unseren Gefühlen, leben wir ein fremdbestimmtes Leben nach Erwartungen anderer oder von uns selber. Dies kann uns nicht wahrhaftig erfüllen, weshalb es so wichtig ist, seine Gefühle zu fühlen.

Fühlen können, heißt lebendig sein und lebendig sein, bedeutet glücklich sein.

 

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Kommentare 1

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