Opferrolle

Raus aus der Opferrolle! Bestimme dein Leben selbst!

Wir rutschen so schnell in die Opferrolle in unserem Leben. Auch ich fühlte mich so, Schuld waren die anderen oder die Umstände, fühlte mich dem Leben ausgeliefert und nicht in der Lage etwas zu verändern. Doch was versetzt uns in diese Rolle und wie können wir endlich selber über unser Leben bestimmen?

Was bedeutet es, in der Opferrolle zu leben?

Vollkommen in einer Opferrolle zu leben, bedeutet ein Sklave deines Lebens zu sein. Du fühlst dich dem Leben ausgeliefert, beinahe hilflos dein Leben selber zu bestimmen. Natürlich gibt es wie immer Abstufungen des Ausmaßes wie sehr jemand in der Opferrolle steckt. Es ist auch möglich sich nur in bestimmten Bereichen des Lebens als Opfer zu fühlen.

Opferrolle

Stell dir eine Billardkugel auf einem Billardtisch vor, die dort mit all den anderen Kugeln auf dem Tisch liegen. Eine Billardkugel davon bist du. Nun kommt der Queue und schlägt dich weg. Du als Kugel hast überhaupt keinen Einfluss darauf wohin du geschossen wirst und du hast auch keinen Einfluss darauf mit welchen Kugeln du noch zusammenstoßen wirst.

Der Queue sind nun deine Umstände, die dich zu dem gemacht haben, der du heute bist. Darunter zählen ganz stark deine Kindheit, schöne und unschöne Ereignisse, die dir zugetroffen sind und Personen, die dir begegnet sind und mit denen du dich umgibst. Du als Kugel wurdest von einer Ecke in die nächste geschossen, immer auf Basis des vorherigen Schlages, deiner vorherigen Position.

Die anderen Kugeln auf dem Tisch sind deine Widerstände, die du überwinden musst.

Nun stell dir vor, dir passiert etwas Gutes. Du bekommst vielleicht eine gute Ausbildungsstelle, ein Stipendiums-Platz oder eine neue Arbeitsstelle angeboten, die du annimmst. Der Queue trifft dich und du wirst über den Tisch geschossen, mit dem Ziel im Loch zu landen. Allerdings begegnen dir auf dem Weg andere Kugeln, die dich daran hindern, anzukommen. Dein Ziel ist es jetzt zum Beispiel die Ausbildung gut abzuschließen. Dafür ist es allerdings erforderlich, sich hinzusetzen und zu lernen, dafür musst du über deinen Schatten springen und neue Bekanntschaften machen. All das sind deine Widerstände, also die Kugeln, die dir im Weg liegen. Dadurch, dass dir diese Kugeln im Weg liegen, kommst du natürlich von der Bahn ab und wirst in eine komplett andere Richtung geschleudert. Du hast dein Ziel verfehlt, weil dir deine Widerstände zu groß erschienen, um sie zu überwinden. Du gibst bei dem ersten Hindernis auf.

Weil du die Kugel in dem Spiel bist, hast du überhaupt keine Chance etwas zu verändern. Du hast keine Chance aus eigener Macht dein Spiel zu bestimmen. Du bist immer Opfer aller Umstände und Widerstände.

Wenn du in der Opferrolle lebst, dann machst du alles und alle für dein Leben verantwortlich. Du gibst anderen die Schuld für dein jetziges Leben, warum du heute so bist, wie du bist und warum du heute da bist, wo du heute bist. Deine Eltern sind vielleicht daran schuld, dass du heute keinen Selbstwert hast. Deine Lehrer sind vielleicht daran schuld, dass du schlecht in der Schule warst. Das Wetter ist daran schuld, dass du schlechte Laune hast. Damit gibst du deine komplette Macht über dein Leben ab, denn du fühlst dich handlungsunfähig.

Du machst dich zur Billardkugel in deinem eigenen Spiel!

Was bedeutet es Herrscher über mein Leben zu sein?

Wenn du Herrscher über dein Leben bist, also die Schöpferrolle übernimmst, dann hast alleine du die Macht über dein Leben. Die Verantwortung liegt bei dir und du gibst niemandem die Schuld für etwas.

Von der Opferrolle zur Schöpferrolle

Stell dir wieder den Billardtisch vor, aber dieses Mal bist du der Queue und die Kugeln sind die Ereignisse. Du als Queue hast nun die volle Macht darüber wie dein Leben verläuft und welche Ziele du erreichst oder nicht, weil du so lange deine Kugeln bewegen kannst, bis du sie in den Löchern hast. Du kannst zwar nicht entscheiden, welche Ereignisse dir zutreffen, aber du kannst entscheiden wie du deine Kugeln legen möchtest, wie du damit umgehen möchtest und ob du neue Schritte unternimmst.

Du schaffst dir Wahlmöglichkeiten, weil die Entscheidung bei dir liegt. Du weißt, dass du jederzeit eine Wahl hast. Du weißt, dass du immer über dein Leben entscheiden kannst und niemals dem Leben ausgeliefert bist. Wenn dir unschöne Ereignisse zustoßen, kannst du entscheiden, ob du Stunden, Tage oder Wochen leiden möchtest. Du kannst einfach immer und überall entscheiden, wie du mit den Situationen umgehst und wie es dir dabei geht.

Dein Leben liegt in deiner Hand. Herrscher über dein Leben zu sein, ist eine Einstellungssache, die nur im Kopf beginnt. Siehst du das Leben schwarz oder weiß, gut oder schlecht, fröhlich oder traurig? Siehst du das Leben als Geschenk oder als Strafe?

Wie begibst du dich in die Opferrolle?

Vielleicht hast du es gar nicht mitbekommen, dass du in der Opferrolle lebst. Vielleicht fühlst du dich machtlos über dein Leben, abhängig von Personen und Ereignissen, gezwungen bestimmte Dinge zu tun und traurig in deiner jetzigen Situation.

Die meisten Menschen leben leider in der Opferrolle und sind sich dessen gar nicht bewusst. Genau so ging es auch mir. Fast täglich klagte ich über das schlechte Wetter, vor allem der Winter machte mir immer sehr zu schaffen. Ich war schüchtern und so hatte ich sehr wenige bis keine Freunde. Meine Zukunft sah nicht gerade rosig aus, ich sah keine Veränderung. Alle anderen waren an meiner Situation Schuld, bloß ich nicht.

Ganz egal, ob du dich in der Opferrolle oder in der Schöpferrolle fühlst, beide Rollen haben eines gemeinsam: du hast dir dein Leben erschaffen, mit all den Beziehungen, Situationen und Umständen, die heute in deinem Leben sind. Das warst du, kein anderer! All deine Gedanken, Gefühle, Entscheidungen und Taten, die dein heutiges Leben ermöglicht haben, waren die Ursache dafür. Und natürlich erschaffst du dir auch heute noch dein Leben selbst mit deinen Gedanken, Gefühlen, Entscheidungen und Handlungen. Die Wahrheit ist also: du bist ein Schöpfer, immer! Die Frage ist nur: hast du dir dein Leben bewusst oder unbewusst erschaffen?

Mit diesen 3 typischen Sätzen bist du in der Opferrolle

Wenn du diese 3 Sätze auch nur denkst, bist du automatisch in der Opferrolle. Mit diesen Sätzen nimmst du dir selber die Macht alleine über dein Leben zu entscheiden und machst dich abhängig.

  • „Ich kann nicht..“

Wenn du zum Beispiel von dir denkst „ich kann nicht auf Menschen zugehen“, dann heißt das, du wirst auch nicht auf Menschen zugehen, weil du ja davon überzeugt bist es nicht zu können. In der Folge wirst du also darauf warten bis Menschen auf dich zukommen. Du hast also keine Wahl dir auszusuchen, welche neuen Menschen du kennen lernen möchtest, welche Freunde in deinem Leben sind. Du nimmst einfach für dein ganzes Leben an, nur mit diesen Menschen in Kontakt zu geraten, die den Mut haben auf dich zuzugehen. In diesem Punkt gibst du deine Macht an andere ab und bist vollkommen in der Opferrolle. Nachher leidest du noch darunter, dass du fast keine Freunde hast, weil du ja nicht auf Menschen zugehen kannst.

Überprüfen wir noch den Wahrheitsgehalt dieser Aussage „ich kann nicht auf Menschen zugehen“.

Ist das wahr? Jeder kann auf Menschen zugehen, jeder! Es bedeutet einfach nur zu gehen und Menschen anzusprechen und das kann wirklich jeder! Du hast zwei gesunde Beine und einen Mund, also los. Also was steckt wirklich tiefer hinter dieser Aussage?

Alles was ein Mensch kann ist erlernbar. Das heißt, wenn du heute etwas nicht kannst, dann heißt es nicht, dass du es in Zukunft immer noch nicht kannst, nur davon gehen wir unbewusst aus, wenn wir solche Sätze benutzen. Denn „ich kann heute nicht“, bedeutet auch „ich kann morgen nicht“.

  • „Ich muss…“

Solche Gedanken setzen dich enorm unter Stress und Druck, sie zwingen dich etwas zu tun und verderben dir den eigentlichen Spaß an der Aktivität. Wenn du denkst etwas zu müssen, dann geht es gegen deinen freien Willen.

Wenn du zum Beispiel denkst „ich muss gut aussehen“, dann stehst du eine halbe Stunde früher auf als eigentlich nötig, du kaufst dir immer neue Klamotten, auch wenn das Geld gerade knapp ist. Wenn du dann mal verschläfst, bist du noch mehr unter Druck gut auszusehen. Für dich gibt es keine andere Möglichkeit als vielleicht mal ungeschminkt oder mit Jogginghose aus dem Haus zu gehen.

Du umzingelst dich mit diesen Gedanken selbst und lässt dich vollkommen von ihnen steuern. Du siehst keine Möglichkeit anders zu handeln. Es bedeutet, du kannst nicht anderes. Das stimmt aber nicht! Du kannst immer anders, du hast immer eine Wahl.

Wie viele „ich muss“ gibt es in deinem Leben? Wie fühlt sich das an?

  • „Ich bin halt so..“

Wenn du zum Beispiel sagst „ich bin halt schüchtern“, dann meinst du damit unbewusst, dass du keine Veränderung geplant hast. Mit diesem Satz sagst du aus, dass du Pech gehabt hast, schüchtern zu sein und das nun dein ganzes Leben lang hinnehmen musst. Dieser Gedanke hat die gleichen Auswirkungen wie „ich kann nicht auf andere Menschen zugehen“. Du wirst auch wenige bis keine Freunde haben und wirst darunter leiden. Einen Partner wirst du sehr schwer finden oder er findet dich. Du kannst nur das nehmen, was auf dich zukommt.

Mit diesem Satz gibst du all die Schuld auf deine Vergangenheit und siehst dich machtlos etwas zu verändern.

  • „hätte/wäre/würde doch…“

Du begibst dich in die Opferrolle, wenn du z.B. sagst „wäre meine Kindheit nicht so schlecht gewesen“, „hätte mein Freund mich nicht verlassen“, „würde ich doch nur mehr Glück haben“ usw. Jedes Mal, wenn in deinen Sätzen „hätte, wäre, würde“ vorkommt, bringst du dich automatisch in die Situation handlungsunfähig zu sein und die Schuld auf andere zu schieben. Plötzlich hast du keinen Einfluss mehr auf dein Leben.

Die Vergangenheit ist vorbei und nicht mehr zu ändern, was du allerdings ändern kannst, ist deine gegenwärtige Situation. Es bringt auch nichts auf eine Zukunft zu hoffen, dass sich irgendetwas ändert, worauf du keinen Einfluss hast. Hör auf dich mit diesen Aussagen zu schützen, sie bringen dich kein Stück weiter und werden niemals etwas verändern können. Sie dienen dir nur dazu, weiter als Opfer zu leben und allem die Schuld für dein Leben zu geben.

Wenn du dich abhängig von äußeren Einflüssen machst

Du lebst in der Opferrolle, wenn äußere Einflüsse maßgeblich deine Gefühle und deine Stimmung beeinflussen. Du gibst die Macht über dein Leben ab. Dir geht es gut, wenn dir Gutes zustößt und dir geht es schlecht, wenn dir Schlechtes zustößt.

Wenn du zum Beispiel sagst „Sabine ist schuld, dass ich schlechte Laune habe, weil sie mir heute in der Mittagspause mein letztes Lieblingsbrötchen weggegessen hat“, dann hat ein einziges Ereignis es geschafft, dass du vielleicht für den Rest des Tages schlechte Laune hast.

Dadurch, dass es dich so mitnimmt, reagierst du auf andere Personen gereizt und kannst dich nicht mehr richtig konzentrieren, weil du in Gedanken immer noch mit deiner Wut bei Sabine bist.

Ein gutes Beispiel ist noch, wenn du dich abhängig von Lob machst. Das geht natürlich in beide Richtungen. Wenn du also gelobt wirst, dann fühlst du dich gut. Wenn du allerdings getadelt wirst oder nicht gelobt wirst, fühlst du dich schlecht, weil du deine Leistung von den Beurteilungen anderer abhängig machst.

Du kannst dir nicht aussuchen, was dir zustößt, aber du kannst entscheiden ob du dir davon die Laune verderben lassen willst oder nicht.

Wie erlangst du wieder Macht über dein Leben?

Wandle deine Aussagen um

  • „Ich will nicht…“ anstatt „ich kann nicht…“

Wie hört sich „ich will nicht auf andere Menschen zugehen“ für dich an?

Denn das ist es, was eigentlich hinter dieser Aussage steckt. Du kannst schon auf andere Menschen zugehen, du willst es nur nicht, weil du vielleicht Angst hast zu versagen.

Indem du sagst, dass du etwas nicht willst, hast du dir Wahlmöglichkeiten geschaffen. Du sagst damit du könntest schon, du möchtest es momentan nur nicht. Diese Aussage hört sich für deinen Kopf schon total anders an und eröffnet dir damit Möglichkeiten. Es schafft dir die Möglichkeiten etwas zu verändern.

Oder wie wäre es stattdessen mit einem „ich kann noch nicht“?

„Das kann ich nicht“ sagt aus, dass du jetzt Pech hast, es so akzeptieren und

darunter leiden musst. Wenn du es aber ändern willst, dann entscheide dich dafür es anzugehen, es zu ändern, zu wachsen und dein Leben jetzt in die eigene Hand zu nehmen. Und wenn du es eben nicht willst, akzeptiere es! Aber es bleibt deine Entscheidung.

  • „Ich will..“ anstatt „ich muss..“

Wie hört sich „ich will gut aussehen“ für dich an?

Es nimmt dir sofort den Druck und den Stress und nimmt Freiheit und vor allem deinen eigenen Willen mit auf. Wenn du etwas willst, dann steht dort auch oft Freude und Spaß dahinter.

Du musst auf dieser Welt fast gar nichts. All diese Gedanken, die du mit ‚müssen‘ denkst, hast du dir selber gemacht. Es sind deine oder fremde Ansprüche an dich und du entscheidest wie du es aufnimmst.

Indem du dir sagst, dass du etwas willst, hast du dir wieder

Wahlmöglichkeiten geschaffen. Du musst es jetzt nicht mehr tun, sondern du willst es und wenn du es nicht willst, dann lässt du es bleiben.

Wenn du also verschlafen hast, dann musst du dich nicht schminken oder schick anziehen, sondern du willst es und wenn dir die Zeit dafür zu schade ist, dann gehst du einfach so aus dem Haus!

Frage dich, was steckt wirklich hinter dem „ich muss“?

  • „Ich will so sein“ anstatt „ich bin halt so“

Oben habe ich das Beispiel gebracht „ich bin halt schüchtern“, wenn du jetzt daraus „ich will schüchtern sein“ machst, hat es gleich eine andere Bedeutung. Sicherlich möchtest du nicht schüchtern sein, aber es zeigt dir auf, dass du auch sagen kannst „ich will nicht schüchtern sein“ und damit hast du wieder die Macht etwas zu verändern. Du betrachtest dich nicht weiter als Person, die nicht mehr zu verändern ist, sondern siehst, dass du dich in alles entwickeln kannst, wenn du es möchtest.

  • „was kann ich jetzt tun?“ anstatt „hätte/wäre/würde doch…“

Anstatt deine Vergangenheit für dein Elend verantwortlich zu machen oder dir irgendetwas in der Zukunft zu wünschen, worauf du keinen Einfluss hast, frage dich heute „was kann ich jetzt tun?“. Was kannst du tun, damit sich deine Lage bessert?

Akzeptiere deine jetzige Situation und wünsche sie dir nicht anders, denn sie ist nun mal so, wie sie jetzt ist. Akzeptiere die Realität, erst dann kannst du auch handeln. Konzentriere dich auf den einzigen Moment, den du beeinflussen kannst: Jetzt!

Hier habe ich dir eine kleine Übersicht zusammengestellt:

von der Opferrolle zur Schöpferrolle

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Werde dir deiner Aussagen bewusst und verwandle sie

Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung. Wenn du das nächste Mal einen Gedanken hast, der dich in die Opferrolle versetzt, dann mache dir bewusst was die Auswirkungen sind, wie ich sie dir an den obigen Beispielen gezeigt habe.

Wie schränkt dich dieser Gedanke ein?

Welche Macht nimmst du dir damit und wem gibst du sie?

Werde dir bewusst, dass du kein Sklave deines Lebens sein musst, sondern dass es einzig und allein deine Entscheidung ist.

Wandle deine Opferrollen-Gedanken in Schöpferrollen-Gedanken um und ich verspreche dir, du wirst wieder über dein Leben bestimmen können!

Befreie dich davon die Schuld immer bei anderen zu suchen, sondern suche bei dir, wie du alleine deine Lage verändern kannst, damit es dir besser geht. Werde dir bewusst, dass du immer eine Wahl hast und niemals die Billardkugel auf dem Tisch sein musst, die hin und her geschubst wird.


Wo fühlst du dich in der Opferrolle? Wurde dir etwas bewusst, dass du nun verändern kannst? Hast du schon Erfahrungen machen dürfen, wieder mehr Verantwortung für dein Leben zu übernehmen?

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