Selbstbild, falsches Selbst, wahre Wünsche

4 Gründe, warum du dir nicht das wünschst, was du wirklich willst!

Wir können uns nur selbst verwirklichen, wenn wir unsere eigenen Ziele und Wünsche verfolgen. Vielleicht fragst du dich, warum wir überhaupt fremde Ziele verfolgen sollten? Verfolgen wir nicht immer unsere eigenen Ziele?

Leider verfolgen viele Menschen nicht ihre eigenen Ziele. Dafür gibt es viele Gründe.

Vier Gründe stelle ich dir im Folgenden vor.

Wie sieht es bei dir aus? Trifft einer oder mehrere der Gründe auch auf dich zu?

1. Falsche Gewohnheiten bestimmen unseren Alltag

Jeder Tag hat 24 Stunden und kann super schnell vorbei sein. Am Ende des Tages fragen wir uns dann, was wir geschafft haben und wo die Zeit geblieben ist.

Bist du dir dessen bewusst, wofür du jeden Tag deine Energie aufwendest?

Woraus besteht dein Alltag? Was tust du den ganzen Tag?

Unser Alltag besteht überwiegend aus Gewohnheiten. Bei einigen von ihnen wissen wir nicht einmal genau wann sie eigentlich entstanden sind.

Die Frage ist: tun sie uns überhaupt gut? Haben wir diese Gewohnheiten eher von anderen übernommen? Machen wir vieles, weil andere es auch machen?

Bringen diese Gewohnheiten uns unseren Träumen und Wünschen näher? Dienen sie ihnen?

Ich zum Beispiel habe früher geraucht. Als 15-Jährige Jugendliche wollte ich cool sein, dazu gehören und natürlich war ich neugierig. Die Gewohnheit hat sich allerdings nicht eingeschlichen, weil es schmeckte, sondern weil ich cool sein wollte. Die anderen machten es auch. Diese wirklich blöde und schädliche Angewohnheit habe ich bis zu meinem 23. Lebensjahr gelebt.

Eine andere ungesunde Gewohnheit war es, abends eine warme Hauptmahlzeit zu sich zu nehmen, die aus vielen Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen bestand. Irgendwie machten das auch viele so. Aber ich hinterfragte nicht, ob das gesund ist, was für Auswirkungen es hat.

Gewohnheiten sind einfach. Sie verschaffen uns mehr Zeit. Ob sie uns allerdings gut tun, steht auf einem ganz anderen Blatt!

Gewohnheiten sind schwer zu brechen, denn sie sind in unserem Unterbewusstsein abgespeichert. Routiniert werden Gedanken produziert, die unsere Gefühle auslösen und unsere Taten folgen lassen.

Diesen Kreislauf zu durchbrechen, erfordert viel Disziplin, Ehrgeiz und Durchhaltevermögen. Es gilt, motiviert dabei zu bleiben, jeden Tag aufs Neue und sich neue Gewohnheiten zu schaffen. Neue Gewohnheiten in dein Unterbewusstsein zu programmieren.

Wenn du auch das Gefühl hast, das Leben rast an dir vorbei und der Tag ist immer so schnell vorbei, hinterfrage deine Gewohnheiten. Gehe dazu einen typischen Tag durch, der größtenteils repräsentativ für die anderen Tage ist.

Frage dich, was tust du den ganzen Tag über? Wo stecke ich meine Energie rein, wie viel bekomme ich?

Die Energiebilanz

Als kleine Übung kannst du dir zwei Kreise zeichnen und deine Energiebilanzen aufzeichnen.

Für den ersten Kreis stellst du dir die Frage: Wofür wende ich meine Energie auf?

Zeichne die Tortenstücke jeweils so groß, wie viel Energie sie in Anspruch nehmen.

Bei dem zweiten Kreis stellst du dir die Frage: Wodurch bekomme ich Energie?

Zeichne die Tortenstücke wieder jeweils so groß, wie viel Energie du durch die Aktivität bekommst.

Was fällt dir auf? Gibt dir eine Aktivität mehr Energie, als sie in Anspruch nimmt? Gibt es auch den umgekehrten Fall? Stellst du vielleicht fest, dass Fernsehen dich mehr Energie und Zeit kostet, als dass es dir einen Nutzen bringt?

Hinterfrage deine Aktivitäten:

Tut dir das seelisch und/oder körperlich gut? Wenn nein, warum tust du es?

Was tust du, weil andere es auch tun? Wann sind deine Gewohnheiten entstanden? Aus welchem Grund?

2. Du lebst nach einem Idealbild

Wir alle haben ein Idealbild in unserem Kopf, welches von Person zu Person sehr unterschiedlich ist. Das Idealbild hat sich im Laufe unseres Lebens geprägt und angepasst. Wir haben uns ein Bild geschaffen, welches ganz klar aussagt, wie wir uns idealerweise verhalten sollten.

Warum haben wir so ein Bild von uns? Warum können wir uns nicht verhalten, wie wir sind?

Eins unserer Bedürfnisse ist der Wunsch nach Anerkennung und Bewunderung. Dies bekamen wir als Kind für unser wahres Selbst sehr oft nicht, vielmehr eckten wir mit unserem Verhalten an. Daraus haben wir geschlossen, dass wir anders sein müssen, um anerkannt und bewundert zu werden, also erschufen wir uns ein Idealbild, mit der Grundfrage: wie soll ich in den Augen anderer sein, um geliebt zu werden?

Das Idealbild führt dazu, dass wir uns verbiegen und von uns selbst entfremdet sind.

Wir rennen den ganzen Tag nur der Erfüllung dieses Bildes nach, so dass wir uns von unseren wirklichen Bedürfnissen und Wünschen entfernt und sogar den Kontakt zu unseren Gefühlen verloren haben.

Ist unser lebenslanges Ziel die Erfüllung dieses Bildes, leben wir nicht unser eigenes Leben. Wir leben nicht unsere wahre Natur! Und das spüren wir auch! Wir spüren eine grundlegende Unzufriedenheit und eine gewisse Leere.

Ich möchte nicht am Ende meines Lebens feststellen, dass ich nach Vorstellungen, Meinungen und Erwartungen anderer gelebt habe, deshalb bin ich ehrlich zu mir und beleuchte meine Ziele, Wünsche und Bedürfnisse. Sind es wirklich meine eigenen?

Das Bedürfnis nach Anerkennung und Bewunderung ist stark und drückt sich in unterschiedlichen Verhaltensweisen aus. Wie drückt es sich bei dir aus?

Benutzt du Statussymbole, um Ansehen zu erlangen? Das neueste Handy, ein tolles Auto, Markenklamotten, ein guter Job? Wir können alles als Statussymbole nutzen, wenn wir ihm einen besonderen Wert beimessen.

Mach es dir einfacher mit einem Arbeitsblatt!

Leg sofort los! Verabschiede dich von Wünschen und Zielen, die nicht deine eigenen sind und finde heraus, was du wirklich möchtest!

Lade dir dazu kostenlos mein Arbeitsblatt runter! Dort sind alle wichtigen Fragen zum Beantworten aufgeführt. Nimm dir Zeit und beantworte die Fragen ehrlich. Schwarz auf weiß sehen deine Gedanken klarer aus! Das ist der erste Weg zur Veränderung. Starte jetzt!

 

Wie erkenne ich mein Idealbild?

Du kannst dein Idealbild leicht enttarnen, denn es besteht aus Formulierungen, die anfangen mit „ich sollte …“

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Aus dem Bedürfnis nach Anerkennung und Lob hast du dir Bedingungen geschaffen, die erfüllt werden müssen. Du strebst nun also ständig danach diese Bedingungen zu erfüllen, nur weil du dir davon versprichst, geliebt zu werden.

Erfüllst du diese, bist du zufrieden. Erfüllst du diese jedoch nicht, bist du unzufrieden mit dir. Du fängst an dich zu verurteilen, dich zu bestrafen, dir ein schlechtes Gewissen zu machen.

Was lösen die „ich sollte…“ bei dir aus?

Wie fühlt sich die Anerkennung an, die du für dein vorgespieltes Idealbild erhältst?

Wie fühlt sich dieser Druck an, immer etwas machen zu müssen?

Wie fühlt sich die Enttäuschung an, nicht den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden?

Wie fühlt sich der Schmerz an, tief im Inneren zu glauben, für sein wahres Selbst nicht akzeptiert und geliebt zu werden?

Was tust du alles, weil du glaubst, du solltest es?

Warum glaubst du, solltest du das? Was würde passieren, wenn du es nicht machst?

Ausführlicher habe ich das Idealbild hier behandelt.

Das Idealbild verdrängt unsere wahren Wünsche

Wenn wir Dinge tun, nur weil wir sie tun sollten, dann hat das nichts mit unseren wirklichen Wünschen gemeinsam. Sollte unser Leben nicht dafür da sein, damit wir tun, was wir wollen?

Solltest du ins Fitnessstudio gehen, weil du gut für andere aussehen möchtest? Oder möchtest du ins Fitnessstudio gehen, weil du dich gut dabei fühlst, weil du dort deinen Körper spüren kannst und fit und gesund bleibst?

Das Idealbild zeigt sich in unserem Denken und Verhalten eher unbewusst. Sei deswegen die nächsten Tage wachsam und achte vermehrt auf Gedanken, die dir einreden, dass du etwas tun sollst. Frage dich dann, welcher Grund sich dahinter verbirgt und frage dich, ob du das wirklich tun möchtest!

Verabschiede dich nach und nach von deinen „ich sollte…“.

Mache nichts, nur weil du denkst, andere erwarten es von dir. Mache Dinge, weil du sie machen willst, aus Liebe, mit deinem Herzen!

3. Du setzt auf Haben, anstatt Sein

Wenn Haben wichtiger ist, als Sein, lenken wir unseren Fokus weg von unseren Gefühlen. Es erfüllt uns nicht einfach nur zu sein, das Leben zu genießen. Wir streben immer nach mehr und mehr.

Unsere Wünsche und Bedürfnisse haben wir auf materielle Dinge verlagert:

  • ein schickes Auto auf Kredit
  • das hundertste Paar Schuhe
  • shoppen, obwohl wir nichts brauchen

Wir sind dem Konsumwahn verfallen und hoffen unbewusst bei jedem Kauf endlich die Erfüllung zu finden. Doch sie bleibt aus. Jedes Mal.

Ich kenne dieses Phänomen zu gut. Damals habe ich etliche Paar Schuhe bestellt. High-Heels. Mir war langweilig und das Online-Shopping hat mir für wenige Sekunden Erfüllung gegeben, genau so wie bei Lieferung das Auspacken und Anprobieren der Schuhe. Doch nach ein paar Minuten waren sie im Schrank verstaut und wieder vergessen.

Wenn sogar Erlebnisse zu Statussymbolen werden

Doch wir können noch viel weiter gehen und sogar Erlebnisse zu Objekten machen.

Wenn wir beim Erleben nicht mehr gefesselt vom Spüren und Fühlen sind, sondern währenddessen eher darüber nachdenken, wie das Ereignis zu einer Trophäe werden kann.

Wenn wir unseren Urlaub nach Kriterien aussuchen, nur um danach Bewunderung zu erhalten.

Wenn wir mit jemandem schlafen und währenddessen nicht voll im Fühlen sind, sondern es für uns nur eine schnelle Nummer darstellt, um nachher angeben zu können.

Wenn wir Erlebnisse zu Objekten machen, stehen wir eher neben uns, wir sind zu sehr im Denken gefangen!

Irgendwann werden wir feststellen müssen, dass auch 10 Millionen Euro, eine Villa, das schickste Auto und eine Menge Schmuck uns nicht tief innen erfüllen können.

Wenn wir uns hingegen auf das Sein konzentrieren, uns unser Selbst bewusst werden und vom Kopf in den Körper kommen, können wir tiefe Erfüllung erfahren.

Kennst du das auch? Wie viele Sachen hast du dir gekauft, die du nicht brauchst? Was war dein Beweggrund es zu kaufen?

4. Du lebst entfremdet von dir

Da haben wir keinen Zweifel daran, dass wir unser eigenes Leben führen, bis wir am Ende unseres Lebens zurück blicken.

Plötzlich wird uns im Anbetracht vor unserem Ende so einiges klar, wir sind ehrlich zu uns selbst und müssen feststellen, dass wir nicht unsere Wünsche und Ziele gelebt haben. Vielmehr haben wir uns vor Angst und Unsicherheit zu sehr an anderen orientiert und übernommen, was sie richtig für uns hielten.

Plötzlich ist diese Ehrlichkeit da, ganz nackt, kurz vor ihrem Tod. Dann bekommen wir keine zweite Chance!

Es ist wie als wenn wir uns einen Film anschauen, aber direkt zu Beginn einschlafen, am Ende aufwachen würden und keine Chance bekämen ihn nochmals zu sehen. Unser Körper war zwar anwesend, aber im Schlaf, geleitet von unseren Träume waren wir in unserer eigenen Welt, nicht beim Film und haben ihn nicht gespürt. Er ist an uns vorbei gegangen, genau wie unser Leben, wenn wir es entfremdet führen.

Was führt dazu?

Durch unser Idealbild, mit seinen vielen „ich sollte …“ haben wir uns Erwartungen geschafft, die erfüllt werden müssen. Erwartungen von anderen, Erwartungen von uns selbst.

Unser Leben lang verfolgen wir also die Erfüllung sämtlicher Erwartungen und Ziele, die nicht unsere eigenen sind.

Wir haben uns ein falsches Selbst erschaffen, eine Fassade, die aufrecht erhalten werden muss.

Durch falsche Erwartungen verfolgen wir Wünsche, die mit uns selber nicht mehr viel gemeinsam haben. Kein Wunder also, wenn unsere Wünsche und Bedürfnisse erfüllt werden, wir dabei jedoch kein wahres Glück und keine Erfüllung empfinden.

Wenn wir ständig nur machen, was von uns erwartet wird, wie viel fühlen wir dabei noch? Wie viel Aufmerksamkeit und welchen Wert geben wir unseren Gefühlen?

Wir haben verlernt unsere Gefühle, wirklichen Wünsche und Bedürfnisse wahrzunehmen.

Möchtest du fremde Ziele und Wünsche loslassen, deine eigenen finden und leben? Möchtest du dich vom falschen Selbst und deinem Idealbild verabschieden?

Nutze mein Arbeitsblatt, auf dem ich dir alle relevanten Fragen zum Beantworten zusammengestellt habe. So enttarnst du fremde Ziele, lernst dein Idealbild, dein falsches Selbst und deine wirklichen Wünsche kennen.


Ist dir beim Lesen schon etwas bewusst geworden? Hast du auch fremde Ziele übernommen?

Welchen Druck übt dein Idealbild auf dich aus?

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